Asana des Monats: Lolasana und Achtsamkeit

Die Qualität unserer Beziehungen zu anderen sind die Früchte unserer Yogapraxis. In diesem Zusammenhang ist es nicht wichtig, wie hoch wir unser Bein bekommen oder wie tief wir in eine Rückbeuge gehen können. Vor diesem Hintergrund thematisieren wir diesen Monat das Gewahrsein, die Wertschätzung und den Respekt füreinander.

Lolasana ist die Körperhaltung des Monats. Lola bedeutet „zittern“, „hin- und herbewegen“ und bildlich: „hängen wie ein Ohrring“. Lolasana zählt zu den Armbalancen, wobei ein starker Katzenrücken den Hauptfokus darstellt. Bei dieser Stellung arbeitet man in vielen Klassen gerne mit Yogablöcken. Die Organisation der Hilfsmittel für die anspruchsvolle Asana nehmen wir zum Anlass, die Geisteshaltung zu thematisieren, die den Rahmen unserer Praxis mitgestaltet.

Schon der Moment des Betretens eines Yogastudios gibt uns die Möglichkeit, Achtsamkeit uns selbst und anderen gegenüber zu kultivieren. Wir gönnen uns den Luxus, rechtzeitig anzukommen. So haben wir genug Zeit, um Geschäftliches abzuschließen, uns umzuziehen, unsere Matte auszurollen und Hilfsmittel zu organisieren. Wir kommen an unserem Platz und bei uns selber an. Jede Yogastunde braucht einen geschützten Raum; einen Ort, wo wir uns aufgehoben und sicher fühlen. Wenn so ein „Container“, ein Mandala, kreiert wird, kann sich Sicherheit und Vertrauen zeigen. In jeder Yogaklasse etabliert die Lehrerin oder der Lehrer einen solchen geschützen Raum.

Diesen Monat werden wir aufgefordert – falls wir zu spät kommen sollten und die Kursleitung die Tür etwa zehn Minuten nach Beginn für Nachzügler noch einmal aufmacht – so achtsam wie möglich unseren Platz einzunehmen. Damit kultivieren wir Wertschätzung und Respekt den anderen gegenüber. Weiterhin werden wir eingeladen, unseren „Yogaplatz“ während der Stunde so ordentlich wie möglich zu gestalten, so dass wir selbst den Überblick behalten können. Dadurch kreieren wir auch für die Anderen einen klaren Raum und ermöglichen, dem Lehrer oder der Lehrerin freien Raum zum Umhergehen.

Während der Klasse gilt es darauf zu achten: Wie gehe ich mit den Blöcken um? Kann ich meinem Nachbarn einen Block reichen? Wer ist überhaupt mein Nachbar? Letztendlich öffnen wir unser Herz durch Yoga mehr und mehr. In dieser Ruhe und Klarheit gelingt auch ein Asana wie Lolasana leichter.

Viel Glück und „Be a Yogi, be on time“!

 

Detlev Alexander